ganz schön bunt

Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels (Genesis, Kapitel 1). Macht der Garten Eden des Anfangs uns nicht Staunen? Da wimmelt und krabbelt es, da wächst und gedeiht, was Gott geschaffen hat: Tiere und Würmer, Vögel und Fische, Pflanzen und Wälder, in wenigen Pinselstrichen malt uns der Schöpfungsbericht den ganzen Reichtum der Natur vor Augen. Was gibt es da nicht alles zu entdecken: leuchtende Farben, mannigfaltige Gerüche, fein ziselierte Gliedmaßen, perfekt an ihre Umwelt angepasste Organismen. So reich. So vielfältig ist das, was uns umgibt. Gut?
Sehr gut! Was Gott am Anfang in aller Vielfalt so gut geschaffen hat, ist – wir wissen es längst – im Sterben begriffen.
In der Schweiz gelten 236 Arten als verschollen oder ausgestorben. Ein Drittel (31%) der Blütenpflanzen und Farne sind bedroht oder verschwunden. Ein Drittel (38%) der Moose und Flechten sind bereits gefährdet oder ausgestorben. Bei den Tieren stehen heute fast die Hälfte (40%) der untersuchten Tierarten auf Roten Listen.
Am stärksten gefährdet sind in der Schweiz Reptilien sowie Amphibien (so
der Laubfrosch), da ihnen die geeigneten Lebensräume fehlen. Auch die Lebensbedingungen für Vögel haben sich in letzter Zeit im Kulturland und in den Feuchtgebieten weiter verschlechtert.
Fast ein Drittel der Arten der Amphibien gelten als vom Aussterben bedroht.
Dabei ist das Bewusstsein für die Schöpfungsbewahrung in unseren Breitengraden in den letzten 15 Jahren stark gestiegen. Nur unser Lebensstil hat sich nicht entsprechend geändert.
Die natürlichen Ressourcen von 2,4 Erdplaneten wären nötig, würden alle Menschen so leben wie die durchschnittliche Schweizerin oder der durchschnittliche Schweizer. Wer zum Beispiel bezüglich Mobilität hohe Anforderungenstellt, benötigt Infrastrukturanlagen, die ihrerseits Ökosysteme zerschneiden.
Wer hingegen ökologisch produzierte Lebensmittel auf dem lokalen Markt einkauft, kann einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. (weitere praktische Tipps siehe Seite 6) Gott hat den Menschen mitten hinein gesetzt in den wunderbaren Garten Eden. Nicht, damit dieser ihn zubetoniert. Sondern damit dieser ihn hegt und bewahrt. Wir sind nicht die Herrscher der Erde – dieses Modell ist zu oft und zu deutlich gescheitert. Wir könnten uns aber als Gärtner und Gärtnerinnen der Erde verstehen.
Ein Gärtner würde nie mit seinem Auto durchs Gemüsebeet pflügen. Weil er davon lebt, hat er ein Interesse daran, dass das Wasser, mit dem er die Pflanzen gießt, frei ist von Giften und Schwermetallen. Eine Gärtnerin verzichtet auf Raubbau. Aus dem, was ist, zieht sie neue Setzlinge. Sie ist nachhaltig in ihrem Handeln. Sie erntet und ernährt sich und ihre Kinder. Sie kocht einfach. Mit Produkten aus ihrem Garten und der Region. Sie verzichtet auf exotische und um die halbe Welt geflogene Produkte.
Geht denn das überhaupt? Vielleicht gelingt es nicht immer und überall. Aber wir können es im Kleinen probieren. Einüben. Schöpfungsbewahrung kann sogar lecker schmecken. Wir bieten Ihnen einen kulinarischen Abend mit naturnahen Produkten und alten Rezepten aus der Region. Zum Mitkochen und Mitgenießen.
Am Mittwoch, 8. Oktober, um 19.30 Uhr.
Die Buntheit und Vielfalt des Lebens ist ein hohes Gut. Helfen Sie mit, unseren Planeten Erde für uns und für die Generationen nach uns als liebenswerten Garten zu erhalten. Weniger wäre am Ende nichts mehr.


Ihr Marc Blessing