“Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“ (1. Petrus 4,10)

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gemeindevorsteherinnen und Gemeindevorsteher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Konfirmandenarbeit, Menschen, die neuzugezogene, kranke oder alte Menschen der Gemeinde besuchen, die Gottesdienste vorbereiten, den Kirchenkaffee kochen und Kuchen backen, Menschen, die Fotos schießen und Artikel für den Gemeindeboten verfassen oder sich musikalisch in einem Chorprojekt engagieren, die beim Adventsmarkt oder zu St. Martin mithelfen - kurz: Menschen, die ihre Zeit, ihre Energie und ihre Ideen in den Dienst der Gemeinde stellen, sind „Haushalter der mancherlei Gnade Gottes“.

 

In unserer Gemeinde gibt es rund 100 Ehrenamtliche, die an ganz unterschiedlichen Stellen aktiv sind. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass jede und jeder, der an irgendeiner Stelle des Gemeindelebens etwas in Anspruch nimmt, an anderer Stelle auch wieder etwas gibt. Da sind die Konfirmandeneltern, die an jedem KU-Samstag für rund 25 Jugendliche ein Mittagessen kredenzen. Da gibt es Menschen, die übers Jahr nicht am Gemeindeleben teilnehmen. Aber die dann, wenn der Adventsmarkt kommt, Kränze binden, Würstchen braten, Glühwein ausschenken oder beim Büchermarkt mithelfen. Da gibt es andere, die jeden Sonntag zum Gottesdienst kommen, weil das für sie das Zentrum der Gemeinde ist – und weil sie darin ein Stück Glaubensstärkung erfahren. Und die dann unter der Woche den Garten pflegen, das Haus instand halten, Reparaturen erledigen und Anfragen bearbeiten. Da ist der Gemeindevorstand, der sich um alles kümmert, von der Kirchenrenovierung bis zu Versicherungsfragen, von der Gottesdienstgestaltung bis zur Ehrenamtlichengewinnung. Und wo so mancher seine Fachlichkeiten und menschliche Kompetenz einbringt. Gute Haushalter. Good governance – nennt sich das im Fachdeutsch.

Einen Haushalt zu führen, das weiß jede Familienmutter, ist eine herausfordernde Aufgabe. Da gilt es, Konflikte zu schlichten, Finanzlöcher zu stopfen und den Betrieb am Laufen zu halten. Soll jetzt erst das Dach isoliert oder die Kirche gestrichen werden? Wer kümmert sich darum, dass der alte Kühlschrank ersetzt wird? Und wer sorgt dafür, dass die ältere Dame, die letzte Woche ins Krankenhaus gekommen ist, besucht wird? Ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen würde Kirche, zumal die Lutherische Kirche Genf, nicht funktionieren.

 

Und selbst die, die kein Geld geben können, backen mal einen Kuchen, richten den Kirchenkaffee aus, übernehmen eine Lesung im Gottesdienst, besorgen Blumen für den Altar oder schreiben einen Text für den Gemeindeboten.

Dienet einander! Das soll der Geist sein, in dem ehrenamtliche Arbeit geschieht. Wer sich freiwillig meldet, der möchte einen Teil seiner Zeit, seiner Gaben, seiner Schätze geben – für andere und für Gott. Wer ehrenamtlich aktiv ist, der stellt aber auch fest: Es macht Spaß, mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten. Ich gewinne selbst etwas für mich. Ich finde Menschen, mit denen ich diskutieren, meinen Glauben und meine Sorgen teilen kann. Die für mich wie eine Familie sind. Haushalter Gottes eben!

 

Das Jahr 2012 soll in unserer Gemeinde ein Jahr des Ehrenamtes werden. Dazu wird es in lockerer Reihenfolge verschiedene Angebote der Fort- und Weiterbildung, des Einstiegs in die Arbeit sowie der Gewinnung und Begleitung von Ehrenamtlichen geben. Dieser Gemeindebote will Ihnen Lust machen, einmal in einen der vielen Bereiche hineinzuschnuppern. Vielleicht stehen Sie gerade am Übergang in den Ruhestand? Vielleicht sind die Kinder aus dem Haus und Ihnen fällt zu Hause die Decke auf den Kopf? Vielleicht suchen Sie eine neue Aufgabe? Melden Sie sich gern bei uns und informieren Sie sich unverbindlich über die Möglichkeiten der Mitarbeit. Unsere Ehrenamtlichen und das Team der Hauptamtlichen heißen Sie herzlich willkommen.

 

Marc Blessing