jeder, was er kann

Ein reicher Mann muss auf Geschäftsreise ins Ausland. Bevor er abreist, vertraut er seinen Angestellten sein Geld an. Viel Geld. 6000 Tagesverdienste dem Ersten. Ein Vermögen. 16 Jahre könnte er davon leben. 3000 Tagesverdienste dem Zweiten. Und dem Dritten immer noch so viel, dass er 4 Jahre davon ein Auskommen hätte. 

 

Und was machen die Angestellten mit dem Geld? Der Erste und auch der Zweite wirtschaften richtig gut und verdoppeln jeweils ihre Summen. Der Dritte aber vergräbt das Geld. Und macht nichts. Immerhin, er tastet es auch nicht an. 

Als der reiche Mann von seiner Reise zurückkehrt, will er Ergebnisse sehen. Während die beiden ersten gelobt werden für ihr wirtschaftliches Engagement, muss sich der Letzte herbe Kritik gefallen lassen: „Du warst ein fauler und schlechter Verwalter“. 

Jesus hat diese Geschichte als Gleichnis vom Himmelreich erzählt. Er benutzt für das Geld den Begriff „Talent“. Durch die Bibelübersetzung Martin Luthers hat der Begriff Talent seine rein pekuniäre Bedeutung verloren und wird heute auch als „Begabung“ verstanden. 

Die Gemeindearbeit lebt von Talenten – durchaus in der Doppelbedeutung des Wortes: Von den Begabungen und Fähigkeiten, die viele Menschen ehrenamtlich in die Gemeindearbeit einbringen. Und von den finanziellen Ressourcen, die uns durch Spenden und Beiträge „anvertraut“ werden. Durchaus auch ein kleines Vermögen, nämlich 330.000 Franken jedes Jahr. 

Dieser Gemeindebrief dokumentiert auf schöne Weise, wie mit den anvertrauten Talenten im vergangenen  Jahr umgegangen worden ist. Wir haben investiert in neue Projekte wie den Glaubenskurs. Wir haben die Fenster weiter renoviert und so die Energiekosten gesenkt und zum Erhalt des Gebäudes beigetragen. Wir konnten die zweite Pfarrstelle wieder besetzen und so das Engagement für Kinder und Jugendliche fortsetzen. Uns sind Menschen anvertraut, die seelsorgerlich begleitet, die zu Hause oder in den Krankenhäusern und EMS besucht wurden. Wir durften Kinder taufen, Jugendliche konfirmieren, Ehepaare kirchlich trauen. Wir haben Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet. Diese Arbeit ist gar nicht mit Geld aufzuwiegen. Sie lebt vom Engagement einzelner und der ganzen Gemeinde. Von den Talenten, die Gott uns, jedem von uns, geschenkt hat. Zuhören können. Trösten. Hilfe anbieten. Für einander beten. Freude schenken. 

Die Berichte aus den verschiedenen Arbeitsbereichen der Gemeinde machen deutlich, wie viel Gutes und Hilfreiches getan wird. Ohne Ihre Talente, ohne Ihre Begabungen, ohne Ihre Zeit und auch ohne Ihr Geld wäre dies nicht möglich.

Time – treasures – talents: Helfen Sie mit, dass wir das Anvertraute nicht einfach verbuddeln, sondern so einsetzen, dass damit der Auftrag der Kirche bestmöglich erfüllt werden kann. Und wer weiß, vielleicht leuchtet dann hie und da tatsächlich ein wenig vom Himmelreich durch?  

Ihr Marc Blessing