Jesus' day off

Eines Tages wacht Jesus auf – völlig erschöpft von der vielen Arbeit. An diesem Tag klappt nichts richtig: Die Wunder hauen nicht so hin, wie er es sich wünscht. Als er über den See wandeln will, geht er fast unter. Und auch bei den Geschichten, die er sonst so spannend erzählen kann,  verheddert er sich. 

Am nächsten Morgen geht Jesus zum Arzt. Nachdem der Arzt ihn untersucht hat, gibt er ihm den Rat: „Jesus, nimm dir einen Tag frei.“ Gesagt, getan.

Also verabschiedet sich Jesus von seinen zwölf Freunden und geht erstmal spazieren. Er schlägt Räder in der Wüste. Dann jongliert er mit seinem Heiligenschein. 

Schließlich hat er ein tolles Picknick unter einer Palme. Am Abend nimmt er auch noch ein erfrischendes Bad im See Genezareth. Es war ein wundervoller Tag. 

Trotzdem fühlt er sich unwohl. Schließlich hat er heute niemanden geheilt, niemandem geholfen, niemanden gerettet. Also beschließt er, mit seinem Vater zu reden. Jesus liebte seinen Vater sehr. Und sein Vater wusste immer Rat. Als Jesus alles erzählt hat, sagt sein Vater zu ihm: „Mein Sohn, schau doch mal hinunter auf die Erde. Überall da, wo du Räder geschlagen hast, sprießen jetzt kleine Wasserquellen in der Wüste. Wo du mit deinem Heiligenschein jongliert hast, da sind an den Bäumen überall Früchte gewachsen. Und wo du schwimmen warst im See, dort haben die Fischer volle Netze gehabt.“

„Du siehst also, mein Sohn: Dein freier Tag war nicht vergebens. Denn nur wenn du auch selbst empfängst, kannst du geben. Nur wenn es dir gut geht, kannst du auch für andere da sein“. „Danke, Dad“, sagte Jesus. 

In dieser Nacht schläft Jesus seit langem wieder tief und fest. 

Diese kleine Geschichte erzählt Nicholas Allen in seinem Comic „Jesus nimmt frei“. Sie findet sich nicht in der Bibel. Warum ich sie hier erzähle? Weil sie deutlich macht: Jede und jeder braucht einmal einen freien Tag, selbst Jesus. Niemand kann dauernd nur für andere da sein. Wer nicht auch daran denkt, seine eigenen Kraftreserven wieder aufzufüllen, der wird am Ende im Burn-out enden. 

Deshalb sind Ferienzeiten so wichtig. Deshalb hat selbst Gott am siebten Tag geruht und dem Menschen den Sabbat geschenkt. 

In diesem Gemeindeboten haben wir Menschen dazu befragt, wo und wie sie ihren Sommer in Genf erleben. Wo sie sich erholen, auftanken, neue Kräfte sammeln. Es sind vielfältige Lieblingsorte dabei sichtbar geworden. Auch spirituelle Orte sind darunter, wobei der Mensch nicht nur in der Kirche zu sich selbst und zu Gott finden kann. 

Vielleicht bekommen Sie Lust, diese Orte aufzusuchen, eine Auszeit zu nehmen, vielleicht sogar einen kleinen Ausflug zu machen. In jedem Fall freuen wir uns, wenn Sie ein wenig gestärkt an Leib und Seele wieder aus den Sommerferien zurückkehren. Nur, wer bereit ist, an sich selbst zu denken, kann dann auch wieder für andere da sein. Gott sagt: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen gesegneten und erholsamen Sommer. 

Ihr Marc Blessing