Hans Karthaus

Erblickt ein Kind das Licht der Welt 

erscheint ein Stern am 

Firmament, 

er strahlt für dich tagaus, tagein 

und wird dein 

Wegbegleiter sein, 

er schützt dich vor Gefahr und Leid 

schenkt dir viel Glück und Heiterkeit. 

 

 

Friedrich Hebbel

 Wir wünschen Euch und Eurem Kinde

an Glück, soviel das Herz nur fasst.

Und ein Willkommensangebinde

sei Gruß dem neuen Erdengast.

Er soll ein braver Junge werden

und Euch zur Freude gut gedeih’n.

Ihm leuchte im Gestrüpp auf Erden

des Lebens schönster Sonnenschein.

Euch Eltern aber sei beschieden,

was ihr nur wünscht für Euch und ihn.

Im kleinen Heim soll Lust und Frieden

bestehen als des Daseins Sinn!

 

Angedacht

Die Geburt stand unter keinem guten Stern. 

Nicht, dass die Schwangerschaft schwierig gewesen wäre. 

Es waren die Umstände der Geburt, die alles andere als ideal waren: 

Der Vater? – sagen wir: es gab ihn. 

Die Zeit? Politisch gesehen eher ungünstig für Neu-Geborene. 

Erschwerend kam hinzu, dass die Eltern reisen mussten. 

Nazareth – Bethlehem, das sind zu Fuß ca. 33 Stunden. 

Du bist völlig alle, wenn Du das – zumal hochschwanger – hinter Dir hast. 

Und dann, endlich geschafft!, ist kein Zimmer mehr frei. 

Nicht einmal ein Bett. 

Willkommenskultur – ein Fremdwort. Damals wie heute. 

Am Ende ist es eine lausige Höhle. 

Zugig, kalt, unbequem. 

Völlig ungeeignet für die Geburt eines Kindes. 

Aber das Kind ist reif. 

Es will jetzt und hier zur Welt kommen. 

Wer auch immer das da oben entschieden hat. 

Irgendwie lag dann doch noch ein Glanz über der Nacht. 

Die Sterne leuchteten heller als sonst. 

Oder war das eine Himmelstäuschung? 

Die Nachbarn kamen, sogar ein paar Hirten vom Feld. 

Und ein paar Sterndeuter, jedenfalls behaupteten sie das. 

Geschenke hatten sie auch dabei. 

Jemand brachte eine Decke. Ein anderer etwas Tee. 

Jemand zündete Weihrauch an, wegen des Geruchs. 

Einer von den Sterndeutern steckte der Mutter sogar ein Goldstück zu. 

Und ein anderer brachte eine Salbe aus Myrrhe-Extrakt. 

So wärmten sie sich am Anblick des Kindes. 

Und für einen Moment verwandelte sich die kalte Höhle 

in einen Ort der Wärme und Freude. 

Aus dem schönen Gesang der Hirten wurde ein Chor von Engeln. 

Und aus dem Kind, das an der Brust der Mutter lag, 

wurde der Gottessohn. 

Alles verband sich zu der einen großen Hoffnung: 

Friede auf Erden. 

Es würde besser werden, vielleicht sogar gut. 

In dieser Nacht. An diesem Ort. 

Vor allem aber war das Kind eine Hoffnung für die Armen. 

Für die Hirten und Migranten, für die ohne Obdach und die im Dunkeln. 

Von dem Kind ging etwas aus, das alle berührte. 

Und so zogen sie wieder ab. Nach Hause. Und nahmen den Anblick von Friede 

und Wärme mit – und trugen ihn zu den Ihren. 

Immer werden sie’s erzählen. 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben eine gesegnete Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr 

Ihr Marc Blessing