Türen

 „porta patet – cor magis, die Tür steht offen, das Herz noch mehr“ 

 

Es gibt zwei Wörter, die dir im Leben viele Türen öffnen werden: 

ziehen und drücken. 

 

So las ich in einem Kalenderblatt. 

 

 

 

 

Türen sind Kommunikationszeichen. Ist die Tür zu, bedeutet das: Bitte nicht stören. Ist die Tür offen, heißt das: Bitte eintreten. Im Kloster Loccum, wo ich als Vikar im Predigerseminar war, stand an der Pforte zur Klosterkirche: porta patet – cor magis, die Tür steht offen, das Herz noch mehr. Ein Wahlspruch der Zisterzienser, der Menschen einladen sollte, einzutreten. Ein Wahlspruch, der auch zur Lutherischen Kirche Genf gut passt, wie ich finde. 

 

Die Tür der Lutherischen Kirche Genf ist werktags und sonntags geöffnet. Ein schönes Zeichen zur Stadt hin: Passanten, Touristen, Leute, die in der Nachbarschaft arbeiten, Mütter mit ihren Kindern, Gemeindeglieder, ... kommen herein, verharren für einen Moment der Stille und gehen wieder. Manche schreiben ihren Namen und ein Wort des Dankes in das „Gästebuch“ am Eingang. Die Eingangstür wurde im Jahr 2018 aufwändig restauriert, nachdem immer wieder Wasser in den Vorraum gelaufen war. Jetzt lädt sie dazu ein, mal durch sie hindurch einzutreten. Und der Regen bleibt draußen. 

 

Nicht nur im wörtlichen Sinn ist unsere Kirche, sind die deutsch- und englischsprachige Gemeinde, gastfreundlich, offen und einladend. Unter unserem Dach feiern sonntags nachmittags die Evangelisch-Lutherische Gemeinde Madagaskars sowie sonntags abends die freien Lutheraner aus Brasilien Gottesdienst. Und unregelmäßig übers Jahr verteilt kommen die Finnen, Schweden und Norweger zum Gottesdienst. Im Sommer waren täglich rund 100 Besucher der Mittagskonzerte bei uns. Außerdem haben wir zur Escalade die „Société 1602“ zur Gemüsesuppe aufgenommen. Und immer wieder begrüßen wir Pfarrkonvente, Reisegruppen, Studierendengruppen aus Deutschland und Europa. Die Tür steht offen, das Herz noch mehr. 

 

Marc Blessing

 

 

(mehr zum Bericht des Pfarrers im Gemeindebote 03/2019)