Thema: Lichtverschmutzung

Hätten die Heiligen drei Könige im Jahr 2018 irgendwo in Europa gelebt, so hätten sie den Weg zum Christkind nie gefunden. Warum? Sie hätten den Stern von Bethlehem am Nachthimmel gar nicht entdecken können – vor lauter Lichtverschmutzung. 

Wer einmal in einer wolkenlosen Nacht – am Besten weit entfernt vom Großstadtlicht - den Sternenhimmel bestaunen durfte, der weiß, wie großartig das Firmament bis in die Tiefen des Universums leuchtet. Wissenschaftler vermuten, dass der Stern von Bethlehem eine große Konjunktion von Jupiter und Saturn im Jahre 7 v. Chr. gewesen sein könnte – mit bloßem Auge zu erkennen. Doch bei der heutigen Lichtverschmutzung wäre das nicht mehr möglich. 

„Der Begriff der Lichtverschmutzung (englisch light pollution), auch Lichtsmog, Lichtverunreinigung, Lichtimmission oder Lichtglocke, bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, deren Licht in den Luftschichten der Erdatmosphäre gestreut wird.“ (Wikipedia). Das hat störende Einflüsse auf die Tier- und Pflanzenwelt und beeinträchtigt die astronomischen Beobachtungen des Nachthimmels, wie sie auch für das Auffinden des Christkindes wichtig gewesen wären. Lichtverschmutzung ist eine Form der Umweltverschmutzung. In Europa und den Vereinigten Staaten sind über 99% der Bevölkerung davon betroffen. 

Die größten Lichtverschmutzer sind Großstädte und Industrieanlagen. Licht schafft einerseits Sicherheit z.B. auf den Straßen und Plätzen. Andererseits stört das Dauerlicht Tiere wie z.B. Zugvögel bei der Navigation, auch die Pflanzenwelt ist betroffen, wie man von bestimmten Bäumen in der Nähe von Straßenlaternen weiß – und auch der Einfluss auf die Zyklen des Menschen, seinen Hormonhaushalt sowie den Tag-Nacht-Rhythmus sind inzwischen erforscht und nachgewiesen. Manche Menschen fühlen sich schon durch die Zeitumstellung wegen einer Stunde in ihrem natürlichen Rhythmus gestört, wie viel mehr Auswirkungen hat da die komplette Aufhebung des Tag-Nacht-Rhythmus gerade in Großstädten? 

Dabei gäbe es durchaus schon technische Lösungen. So kann schon heute durch den Einsatz von vernetzten Bewegungsmeldern an Straßenlaternen das Licht zeitlich und räumlich eng begrenzt eingeschaltet werden, wenn tatsächlich ein Fußgänger, Fahrradfahrer oder ein Auto vorbeikommt, d.h. wenn es nötig ist. Zu allen anderen Zeiten bleiben die Lichtquellen dunkel. Zudem kann erheblich Energie eingespart werden, wenn nicht unnötiges Dauerlicht die Nacht „verschmutzt“. 

Der Gemeindebote im September/Oktober möchte sensibilisieren für diesen Aspekt der Schöpfungsbewahrung. Sie können in Ihrem Haushalt einmal überprüfen, wo evtl. der Einsatz von Bewegungsmeldern sinnvoll und angebracht wäre – und ob bei Ihnen nachts alle Lichter aus sind. Wer weiß, vielleicht würden wir auch wieder in der Lage sein, Gottes Wirken im Himmel und auf der Erde zu erkennen. 

Ich wünsche angenehme Lektüre, 

Ihr Marc Blessing