Freiräume

Freiräume

Freiräume – das sind Orte und Worte.

Freiräume – das ist Tun und Lassen.

Freiräume – das ist Himmel auf Erden.

In der Morgensonne auf der Terrasse frühstücken.

Beim Gottesdienst für ein paar Minuten still werden.

Nach einer intensiven Arbeitswoche ein sonntäglicher Mittagsschlaf.

Beim Abendmahl reichen wir uns die Hände zum Frieden.

Freiräume – mit der Familie raus aufs Fahrrad und am See entlang.

Beim Fußball sich völlig verausgaben.

Zeit für das Gespräch mit Freunden.

Auf der Gitarre alte Popsongs singen.

Stille – wo immer sie für einen Moment zu finden ist.

 

Zur Freiheit hat uns Christus befreit, heißt es im Galaterbrief 1,5, darum steht fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen.

 

Wo Zwang und Enge herrschen, da wächst nichts auf, da verkümmert alle Kreativität, alles Leichte und Fröhliche, aller Lebensmut. Der Glaube war durch alle Zeiten hindurch eine starke politische Kraft zur Freiheit: zur Zeit der Urväter gegen die Knechtschaft in Ägypten, in unserer Zeit gegen die trennende Mauer zwischen Ost und West. Als Triebfeder gegen die Apartheid und für die Versöhnung zwischen Schwarzen und Weißen.

 

Kirchen sind in der Geschichte immer wieder als Orte der Freiheit wahrgenommen oder bewusst gestaltet worden. In Kirchen fanden Geflüchtete Asyl und Schutz vor Verfolgung. In Kirchen versammelten sich Gläubige zum Friedensgebet, um anschließend gegen Mauern und das Eingesperrt-Sein zu demonstrieren. Kirchen laden bis heute Menschen ein, für einen Moment aus der Hektik des Alltags herauszutreten und in die Ruhe vor Gott zu finden. 

 

Freiräume müssen manchmal verteidigt werden gegen den Zwang des Terminkalenders. Und manchmal tun sich unverhofft Freiräume auf, die dann ergriffen sein wollen. 

 

Dieser Gemeindebote möchte Ihnen Lust machen, in den Sommermonaten aufmerksam zu werden für mögliche Freiräume. Stimmt die Balance zwischen Arbeit, Familie und Partnerschaft? Oder fordert das eine so viel, dass für das andere keine Zeit bleibt? Haben wir Orte und Zeiten als Paar, wo nicht das Alltägliche uns fordert, sondern wir füreinander da sein können? Frisst die Arbeit uns auf? Zerren die Kinder so sehr, dass wir Entlastung oder Hilfe bräuchten? Und gibt es auch noch Zeiten nur für mich, wo ich mal nichts muss, sondern einfach da sein darf?


Und wer weiß? Vielleicht beginnt es dann in Ihnen zu hüpfen und zu singen, Sie werden leicht und frohgemut, und das Leben lacht wieder aus allen Poren.

 

 

 

Ihr Marc Blessing