Covid 19 und die Fastenzeit: ein gutes Wort für jeden Tag

Covid 19 und die Fastenzeit: ein gutes Wort für jeden Tag


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Samstag, 14. März 2020, 12:59 Uhr
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Wegen der Coronakrise stellen wir von heute an bis Ostern jeden Tag ein Gebet, ein Lied, einen Psalm, eine kleine Meditation oder andere Texte in diesen Blog (und unter www.luther-genf.ch) zum Nachlesen, Mitbeten und Austauschen. Wenn auch Sie einen schönen Text oder ein Gebet oder eine Geschichte haben, schicken Sie uns diese gern zu. Wir hoffen, dass Sie die häufigeren emails nicht als Belastung empfinden. Vielleicht sehen Sie die Sache wie einen Adventskalender bzw. Fastenkalender an, der Sie bis Ostern täglich mit einem guten Wort begleitet.  

Sonntag, 15. März - Okuli

Gebet für den Beginn des Tages (Luthers Morgensegen)

Des Morgens, wenn du aufstehst, kannst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen

Darauf kniend oder stehend das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. 
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen:

Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was dir deine Andacht eingibt.

Liedvorschlag: Ev. Gesangbuch (EG) 391: Jesu geh voran

oder: Jugendliederbuch: Nr. 63: Gott, in deinen Händen

Lied Gott in deinen Händen wünsch ich mir mein Haus.m4a

Tagesimpuls

Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten. Ps. 91,11

Das Virus versetzt uns in soziale Distanz zueinander. Die Schulen werden zum Montag dicht gemacht, Besuche im Altenheim und in den Krankenhäusern sind zu vermeiden. Die Gottesdienste in den Kirchen sind bis auf Weiteres ausgesetzt.  

Fastenzeit ist Wüstenzeit. Corona Zeit ist Wüstenzeit. Das Virus schickt uns zwangsweise in die "Wüste". Merkwürdig: Alles, was uns sonst wichtig und wert war auch in der Kirche, gegenseitige Besuche, persönliche Kontakte, die Feier des Gottesdienstes -  all dass soll nun möglichst vermieden werden? 

Jesus hat vierzig Tage und vierzig Nächte in der Wüste gefastet. Nur Steine und Leere und Hunger und Einsamkeit. So mag es manchen Menschen gehen, die jetzt besonders unter dem social distancing (schreckliches Wort!) leiden. Eine lange Zeit steht uns bevor. Da helfen keine Durchhalteparolen, sondern der nüchterne Blick auf das, was möglich ist.  

Noch wissen wir nicht, wohin die Reise geht und wie lange wir in der Wüste bleiben müssen. Aber vielleicht können wir die Krise als Chance sehen: Vielleicht besinnen wir uns wieder auf das, was Wesentlich ist in unserem Leben. Wie sind wir für einander da? Wie können wir einander behilflich sein? Und wo öffnen sich vielleicht neue Zeitfenster für Gott? 

Zum Glück sind wir nicht zum Nichtstun verdammt. Es gibt Alternativen: Statt persönlicher Kontakte: mehr telefonieren. Statt Begegnung und Umarmung und Nähe: schreib mal wieder! Eine Mail oder eine whatsapp. Statt Bus und Tram: Rad fahren oder zu Fuß gehen. Statt Gerenne am Morgen: Luthers Morgensegen. 

Konzentration auf das Einfache. Besinnung auf das Wesentliche. Wie wäre es, bis Ostern den Tag mit einer einfachen Geste des Kreuzzeichens und Luthers Morgensegen zu beginnen? Und so Gott die Möglichkeit geben, die Wüstenzeit mit mir zu teilen?

Jesus hat sich in den langen Tagen und Nächten in der Wüste an ein Wort aus der Bibel gehalten, das ich Ihnen heute zusprechen möchte, Psalm 91, 11: Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. 

Ihr Marc Blessing


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