Dienstag, 17. März: ein gutes Wort für jeden Tag: Danke!

Dienstag, 17. März: ein gutes Wort für jeden Tag: Danke!


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Dienstag, 17. März 2020, 14:51 Uhr
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Dienstag, 17. März 2020 - 28 Tage bis Ostern


Gebet

Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen 

hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu dir; 

ich kann es nicht allein. 


In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht; 

ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht; 

ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe; 

ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden; 

in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld; 

ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt einen Weg für mich. 


Vater im Himmel, Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht, Lob und Dank sei dir für den neuen Tag, Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue in meinem vergangenen Leben. Du hast mir viel Gutes erwiesen, lass mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen. Du wirst mir nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann. Du lässt deinen Kindern alle Dinge zum besten dienen. 


Herr Jesus Christus, du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich. Du kennst alle Not der Menschen, du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht, du vergisst mich nicht und suchst mich, du willst, dass ich dich erkenne und mich zu dir kehre. Herr, ich höre deinen Ruf und folge. Hilf mir! 


Heiliger Geist, gib mir den Glauben, der mich vor Verzweiflung und Laster rettet. Gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen, die allen Hass und Bitterkeit vertilgt, gib mir die Hoffnung, die mich befreit von Furcht und Verzagtheit. Amen. 

(Dietrich Bonhoeffer) 


Liedvorschlag 

EG 321: Nun danket alle Gott (zum Nachlesen)

Gerhard Schöne: Nun danket alle Gott (zum Nachhören)15 Nun danket alle Gott.m4a

Zum Impuls: Wise guys: Meine Deutschlehrerin (zum Nachhören): https://www.youtube.com/watch?v=wcKrmGW7nDM


Impuls

Helden des Alltags

Genf: Am Abend um 21.00 Uhr öffneten sich Fenster und Balkone und Applaus erschallte durch die ganze Stadt. In den sozialen Medien war es rumgeschickt worden und viele sagten auf diese Weise: 


DANKE!


Danke, ihr Ärztinnen und Ärzte, ihr Krankenschwestern und -pfleger, ihr unermüdlichen Reinigungskräfte, ihr gefährdeten Kassiererinnen und Kassierer, ihr, unsere Heldinnen und Helden des Alltags, und, ja, auch ihr, die Lehrerinnen und Lehrer, die jetzt von zu Hause aus Schulunterricht organisieren müssen. 


Obwohl die Schulen nun geschlossen bleiben, findet der Unterricht weiter statt. "Homeschooling" heißt das auf Denglisch. 


Die Kinder nörgeln, so haben sie sich die Schließung der Schulen nicht vorgestellt.  

Doch da sind die Mails schon da: 

Die Deutschlehrerin schickt Arbeitsaufträge. 

Der Große muss "tschick" lesen, die Kleine soll sich mit dem Wachstum der Kartoffelknolle beschäftigen. 

Die Deutschlehrerin schreibt, sie sei im Chat erreichbar und unterstütze die Arbeit aus der Ferne. 


"Mir ist langweilig" - höre ich heute jedenfalls nicht. 


Danke!


Der Unterricht kann weiter gehen, weil jedes Kind Zugang zu einem Computer oder einem Smartphone hat. In der Wirtschaft wird umgestellt auf Internetkonferenzen. Meetings werden per skype abgehalten. Alle überflüssigen Reisen sind eingestellt. Und auf einmal, so liest man in der Zeitung, wird ganz nebenbei wahr, wofür die Schülerinnen und Schüler im letzten Jahr auf die Straße gegangen sind: ein substantieller Rückgang des CO2-Ausstoßes in den Gegenden mit Quarantänereglungen.  https://www.forbes.com/sites/j...


Danke!


Inmitten aller Beschränkungen - nun sind auch Restaurants, Bars und Kirchen zwangsgeschlossen und Versammlungen mit mehr als fünf Menschen untersagt worden - und Bedrohungen will ich dankbar bleiben. 


Dankbar für die Heldinnen und Helden des Alltags, die sich für mich und für die Aufrechterhaltung der wichtigsten Funktionen unseres Gemeinwesens einsetzen. Dankbar für eine verordnete Pause, die uns auf das Wesentliche konzentrieren hilft. Dankbar für einen Gott, der im Stillen an Krankenhausbetten wacht und Einsamen die Hand hält, der im Verborgenen mit Kindern Hausaufgaben löst und nicht müde wird, das Not-Wendende zu tun. Und dankbar für alle, die inmitten von Husten, Fieber und unvermeidbarer Nähe noch freundlich und zugewandt ihre Verantwortung für andere wahrnehmen. 


Danke! 


Deshalb ein Lob- und Liebeslied auf die Deutschlehrerin - stellvertretend für alle, die versuchen, für andere da zu sein! Von den Wise guys: https://www.youtube.com/watch?v=wcKrmGW7nDM


Bleiben Sie behütet!

Ihr Marc Blessing


P.S. 

Gerade erfahre ich, dass der Präsident des Rassemblement des Eglises Chrétiennes de Genève, RECG, Abbé Marc Passera, nach einem Herzinfarkt an der Post bei Rive heute gestorben ist. Möge unser Gott ihn in seinen großen Frieden aufnehmen! 


Credo

Ich glaube,

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. 

Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. 

Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, 

sondern allein auf ihn verlassen. 

In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, 

mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Dietrich Bonhoeffer