Samstag, 28. März: ein gutes Wort für jeden Tag: don't panic!

Samstag, 28. März: ein gutes Wort für jeden Tag: don't panic!


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Samstag, 28. März 2020, 00:30 Uhr
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Wort des Tages 

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.                             2. Timotheus1,7

 

Psalm 11 (nach H.D. Hüsch)

Gott ist der Gedanke,

der mir neue Hoffnung gibt.

 

Gott ist der Ort,

an dem ich in meiner Angst geborgen bin.

 

Gott ist der gute Geist,

mit einem Blick durchschaut er uns Menschen.

 

Gott ist der Gerechte,

mit einem Fingerzeig trennt er die Guten von den Bösen.

 

Gott ist der Herr,

seine Gerechtigkeit breitet sich aus über die ganze Erde.

 

Lied EG 642 (Bayern/Thüringen)

Hier zum Nachhören und Mitsingen: https://www.youtube.com/watch?...

Wir strecken uns nach dir,

in dir wohnt die Lebendigkeit.

Wir trauen uns zu dir,

in dir wohnt die Barmherzigkeit.

Du bist, wie du bist:

Schön sind deine Namen.

Halleluja Amen. Halleluja Amen.

 

Wir öffnen uns vor dir,

in dir wohnt die Wahrhaftigkeit.

Wir freuen uns an dir,

in dir wohnt die Gerechtigkeit.

Du bist, wie du bist:

Schön sind deine Namen.

Halleluja Amen. Halleluja Amen.

 

Wir halten uns bei dir,

in dir wohnt die Beständigkeit.

Wir sehnen uns nach dir,

in dir wohnt die Vollkommenheit.

Du bist, wie du bist:

Schön sind deine Namen.

Halleluja Amen. Halleluja Amen.

 

Impuls - von Dagmar Magold

"An ihrer Sprache werdet ihr sie messen.....",

so titelte ein deutsches Nachrichtenmagazin im Blick auf Corona-Zeiten jüngst. Als der französische Staatspräsident Emmanuel Macron vergangene Woche die Notstandsmassnahmen verkündete, begann er mit den Worten: "Nous sommes en guerre". Wir sind im Krieg". Innerlich bin ich damals schon zusammengezuckt. Etwas später erklärte sich der grösste Präsident aller Zeiten (Trump) zum "war times president", zum Präsident in Kriegszeiten. Und der deutsche Finanzminister will die Bazooka (Panzerabwehrrakete) auspacken, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu bekämpfen. Und alle wollen die Stellung halten: das Pflegepersonal in den Kliniken, die Feuerwehr, die Polizei, die Lebensmittelhändler*innen und alle anderen systemrelevanten Gruppen und Personen. Wir setzen auf Abschottung, Grenzschliessungen, Einschränkung der Grundrechte und Hamsterkäufe als gäbe es kein Morgen mehr, um uns vor dem Virus zu schützen und es abzuwehren.

Ich verstehe natürlich, was damit gemeint ist. All dieses Reden dient als Metapher, um den Menschen den Ernst der Lage klar zu machen und Kräfte zu mobilisieren: Es gibt diesen unsichtbaren Feind, den wir noch nicht mal genau kennen und der so schwer zu fassen ist. Deshalb müssen wir als Gemeinschaft zusammenstehen, um ihn abzuwehren. Und wir müssen schwere Einschnitte und beträchtliche Einschränkungen unseres persönlichen Lebens hinnehmen, um ihn, so gut es geht, in Schach zu halten. Das ist durchaus wie im Krieg.

 

Und trotzdem ist es ganz anders, jedenfalls für uns hier in der Schweiz, in Frankreich, in Deutschland, Österreich und den anderen hoch entwickelten Ländern. Es gibt kein Fliegeralarm und es fallen keine Bomben, die Nahrungsmittel werden nicht knapp, nicht einmal das Toilettenpapier, ganz entgegen aller Befürchtungen. Selbst die medizinische Grundversorgung ist gesichert. Wir haben in der Regel ein Dach über dem Kopf und müssen uns um den nächsten Tag keine allzu grossen Sorgen machen. Und es gibt keine Verdunkelungsmassnahmen. Im Gegenteil, wir können auf unsere Balkone treten, unsere Fenster öffnen, die Glocken läuten, um allen Helden des Alltags und allen Helfer*innen per Applaus zu danken.

 

Ja, wir haben Ausgehsperren bzw.-beschränkungen. Wir können zurzeit keine gemeinsamen Gottesdienste in unserer Kirche feiern und das ist wirklich schade. Das fehlt mir auch, vor allem das gemeinsame Mahl um den Tisch des Herrn. Unsere Gemeinschaft muss neue, kreative Wege finden, um die vorgeschriebene Distanz zu wahren und zu überbrücken. Es ist aber gerade keine soziale Distanz (social distancing), sondern eine rein körperliche Abstandswahrung. E-Mail, Twitter, Facebook, Skype, live stream und wie die sozialen Netzwerke alle heissen, selbst das gute, alte Telefon, bringen uns auf ganz andere Art und Weise in Kontakt und Begegnung miteinander. Ja, es mag auch sein, dass alles etwas schwieriger und ungewohnt ist, aber welch ein Segen sind diese technischen Möglichkeiten. Und man kann ja auch mal wieder einen Brief schreiben. Lassen Sie uns kreativ werden.

Wir treffen uns z.B. mit unseren Freunden am Freitag wie gewohnt zur Happy Hour zum Quarantini über Zoom, jeder aus seinem Wohnzimmer. Ich freue mich darauf, die vertrauten Gesichter der Freunde zu sehen und auch zu erfahren, wie es allen geht. Wir haben viel zu reden. Und wir lassen uns gerade nicht durch das Virus unsere sozialen Kontakte verbieten und halten trotzdem rücksichtsvoll alle Vorsichtsmassnahmen ein!

"Denn Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." 

Ich glaube ganz fest, dass Kraft und Liebe und Besonnenheit uns auch durch diese ungewohnten Zeiten tragen werden.

 

Gebet

Barmherziger Gott,

du bist das Band, das uns zur Gemeinschaft macht.  

Du bist der Ort, an dem wir Zuhause sind. 

Du bist die Ewigkeit, die jede Vergänglichkeit umfasst.

So bitten wir dich, dass wir in deinem Wort Kraft und Hoffnung erfahren, dass wir uns gegenseitig ermutigen können, auch wenn wir uns derzeit nicht von Angesicht zu Angesicht begegnen dürfen, dass wir den Mut finden, über diese Krise hinweg an eine gute Zukunft zu glauben.

Halte uns fest. Umarme uns mit deiner Liebe. Stärke uns mit deinem Geist.

Das erbitten wir von dir. Amen

 

Bleiben sie behütet und gesund!

 

Ihre Dagmar Magold