Mittwoch, 1. April: ein gutes Wort für jeden Tag: #stay at home

Mittwoch, 1. April: ein gutes Wort für jeden Tag: #stay at home


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Mittwoch, 1. April 2020, 00:36 Uhr
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Mittwoch, 1. April 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: #stay at home


Wort des Tages

Denn hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben könnten. Unsere ganze Sehnsucht gilt jener zukünftigen Stadt, zu der wir unterwegs sind. Hebräer 13,14

 

Psalm 90 (H.D. Hüsch)

Unter Gottes Schutz

 

Wer unter dem Schirm des Höchsten lebt,

wer aus der Kraft des Schöpfers sein Leben schöpft

und diese Kraft an andere Menschen weitergibt,

der kann sagen:

Gott, du bist meine Burg für mein bewegtes Leben.

Du bist meine Zuversicht für meine Tage und Nächte.

 

Du erkennst:

Ehe denn die Berge wurden,

und die Erde und das Meer geschaffen wurden,

bist du, Gott, die Urkraft allen Seins

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Du legst in jeden Menschen

Einen deiner unendlichen Gedanken-

Originell und einmalig-

und sprichst am Ende unserer Tage:

„Komm wieder, du Menschenseele.

Ich will dich endlich bei mir haben.

Deine Seele ist mir willkommen.

Meinen Gedanken, den ich zur Geburt in dich senkte,

nehme ich wieder zurück zu mir.

 

Denn ein Tag bei mir

sind tausend Jahre bei euch, ihr Menschenkinder.

Dein Leben ist bewegt, als flögest du davon,

du lebst und eilst dahin-

und musst doch bedenken, dass du sterben musst,

um dich immer wieder an mich zu klammern.

 

So bleibst du bei mir

Allezeit.“

 

Lied EG 369,1-3,+7: Wer nur den lieben Gott lässt walten

Schönste Vertonung des Liedes aus dem Film "Vaya con Dios": https://www.youtube.com/watch?...


Wer nur den lieben Gott lässt walten

und hoffet auf ihn allezeit,

den wird er wunderbar erhalten

in aller Not und Traurigkeit.

Wer Gott, dem Allerhöchsten traut,

der hat auf keinen Sand gebaut.

 

Was helfen uns die schweren Sorgen? 

Was hilft uns unser Weh und Ach? 

Was hilft es, dass wir alle Morgen 

beseufzen unser Ungemach? 

Wir machen unser Kreuz und Leid 

nur größer durch die Traurigkeit.


Man halte nur ein wenig stille 

und sei doch in sich selbst vergnügt  

Wie unsres Gottes Gnadenwille 

Wie sein' Allwissenheit es fügt 

Gott, der uns Ihm hat auserwählt 

Der weiß auch sehr wohl was uns fehlt.


Sing, bet und geh auf Gottes Wegen 

Verricht das Deine nur getreu  

und trau des Himmels reichem Segen 

So wird er bei dir werden neu. 

 Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt 

den verlässt Er nicht.

 

Impuls: #StayAtHome - von Dagmar Magold

„Bleibt zu Hause!“ Seitdem das Corona-Virus uns nun fest im Griff hat, ist dieser Aufruf millionenfach zu hören und zu lesen. Belegschaften von Krankenhäusern teilen via Social Media ein Foto, auf dem sie mit Plakaten darauf aufmerksam machen: „Wir bleiben für euch DA! Bleibt ihr für uns DAHEIM“! Jeder Politiker*in, jeder Promi äußert sich entsprechend. Sich diesem Ruf zu entziehen ist im Grunde genommen nicht möglich, sich ihm zu widersetzen töricht und durchaus gefährlich.

Wir befinden uns nun in der 3. Woche des „confinement“ (Ausgangssperre) in Frankreich und die Beschränkungen der persönlichen Freiheiten fangen an, mir auf die Nerven zu gehen. Trotz Haus und Garten kommen Momente, wo wir uns nicht mehr aus dem Weg gehen können. Jeder Tag des Zusammenlebens in der Familie muss neu ausgehandelt werden. Anstelle von: „My home is my castle erlebe ich eher : „my home is my prison“.

# StayAtHome. Was für uns eigentlich einfach zu befolgen ist, weil wir ein Dach über dem Kopf haben, ist diese Aufforderung für viel andere ganz und gar nicht einfach nachzuvollziehen! „Bleibt zu Hause!“ Wie kommt dieser Satz bei Obdachlosen an? Bei Flüchtlingen? Bei Einsamen? Für uns bedeutet er nicht mehr als eine ungewöhnliche, sicher herausfordernde Einschränkung von alltäglichen Lebensgewohnheiten. Vergessen will ich dabei aber jene nicht, denen die Decke schon in normalen Zeiten auf den Kopf fällt, die sowieso schon keine sozialen Kontakte haben. Und übersehen will ich diejenigen nicht, die kein Dach über den Kopf haben, deren Zuhause die Straße ist oder die ihre Heimat verlassen mussten und nun in Elendslagern an der Grenze zu Europa fristen müssen. Sie haben es eh schon schwer und müssen nun, da das öffentliche Leben heruntergefahren wird, mit noch weniger Unterstützung auskommen. „Für obdachlose Menschen bricht die Infrastruktur zusammen“, so fassen es Mitarbeiter*innen von Tafeln zusammen. Und das gleiche gilt für die Millionen Flüchtlinge.

„Hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben könnten“, sagt unser Bibelvers. Für jene, die eh kein Dach über dem Kopf haben oder für Menschen, die sich einsam fühlen, ist dieses Wort aus dem Hebräerbrief traurige Gewissheit.

Wieder ganz anders wirkt er sicher auf all jene, die zwar ein Zuhause haben, aber kaum noch dort sind, weil sie an anderer Stelle für uns etliche Überstunden machen. Die Ärzt*innen, das Pflegepersonal, aber auch die Angestellten in den Supermärkten, die Postbot*innen und Paketzusteller*innen, all jene, die dafür Sorge tragen, dass wir weiterhin gut versorgt sind. Und all die vielen Freiwilligen, die sich zur Hilfe in Krankenhäusern, Altenheimen, auf den Feldern gemeldet haben. Ja, sie machen ihren Job. Aber sie gehen dabei oft weit über das hinaus, was wir von ihnen einfordern könnten. Sie können, sie dürfen, sie wollen nicht zu Hause bleiben. Sie tun das freiwillig, weil sie sich in Dienst nehmen lassen, weil sie Verantwortung für andere übernehmen. Hoffentlich vergessen wir das nicht zu schnell wieder, wenn diese Krise einmal überstanden sein wird.

Nein, ich will mich nicht beschweren, auch wenn es langweilig wird. Ich will nicht klagen über Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Ich will es annehmen als meinen Teil, den ich dazu beitragen kann, die Infektionskurve abzuflachen. Ich will solidarisch sein mit den Schwächsten der Gesellschaft, für andere Verantwortung übernehmen, wo es angebracht ist, barmherzig bleiben mit anderen und mit mir selber auch in einer unbarmherzigen Zeit.

In diesen Wochen kurz vor Ostern erleben wir unsere ganz eigene Passions- und Leidensgeschichte. Wohin sie uns noch führen wird? Niemand kann das im Moment sagen. Aber wenn es stimmt, dass in jeder Krise auch eine Chance innewohnt, dann liegt sie vielleicht darin, das wiederzuentdecken, was unser aller Leben wirklich dient.

In einer der vielen Talkshow zum Thema “Corona“ hörte ich einen Soziologen sagen, dass es das erste Mal in der Menschheit sei, dass fast die ganze Welt massive Einschränkungen hinnimmt, um das Leben der Schwächeren – der Alten und der Vorerkrankten – zu schützen. Ist dem wirklich so? Wenn ja, hätten wir einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan.


Gebet

Du hast uns zur Freiheit berufen,

dass wir die Freiheit nicht missbrauchen

und im Weglosen ein jeder

den eigenen Weg gehen.

Der du das Wort zu uns gesprochen hast,

das unsere Seele füllt,

sei Feuer in uns,

sei guter Wille in uns;

dass wir nach Wegen suchen,

um einander zu dienen.

 

Dein Geist möge uns treiben,

dass wir nicht lüstern sind nach uns selbst,

abgewandt von unserem Nächsten und dir

- wir, die wohl liebhaben wollen,

aber es dennoch nicht tun.

 

Hüte mich vor mich selbst.

Dass ich nicht losgelöst lebe,

steuerlos, fern von dir.

Mach uns abgeneigt der Gewalt,

dass wir Versöhnung stiften,

Freundschaft schliessen,

dass Barmherzigkeit und Weisheit

wachsen mögen in unserer Mitte.

Dass Recht und Friede

in unserer Mitte wohnen.

 

Der du nicht wohnst

in blossem Menschenwerk,

der du uns gemacht hast,

nimm Aufenthalt in uns.

 

Wohne in mir

in Ewigkeit. Amen

(Huub Oosterhuis)

 

Bleiben Sie behütet und gesund!

Ihre Dagmar Magold